Therapiehunde




Das Hobby zum Beruf machen – wer träumt nicht davon? 
Über viele Jahre versuchte ich, im somatischen Klinikalltag, den Einsatz von Hunden, vor allem bei schwerstbetroffenen Menschen, zu ermöglichen. Erste Schritte in diesem Fachbereich konnten gemacht werden, eine grundlegende Umsetzung scheiterte leider am Thema Hygiene. Mit einem Wechsel, Oktober 2006, in die Forensik (Maßregelvollzug mit Suchtpatienten) kam ich meinem Traum ein ganzes Stück näher. Mittlerweile konnte ich ein Konzept für tiergestützte Arbeit in der Klinik entwickeln und einführen und drei Hunde meines Rudels finden regelmäßigen Einsatz.



Klinikkkonzept (.doc, 744 KB)


Nachwuchsstar Luigi und...

...das Projekt "Therapiehund-Ausbildung im Massregelvollzug von Welpenbeinen an"!
Da Rico aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in vollem Umfang Dienst machen kann, wurde das Team um einen jungen Mann erweitert:


Luigi, Border Collie (geb. Juni 2008) - kaum das Licht der Welt erblickt, waren seine beruflichen Wege geplant.
Bereits ab dem zarten Alter von 8 Wochen durfte Luigi seine ersten Erfahrungen in seinem späteren Einsatzgebiet sammeln. 
Mit knapp 6 Monaten quittierte er das erste Mal den Dienst - da es ihm viel wichtiger erschien, zuhause bei Chefin und den Brüdern zu bleiben...Mit knapp einem Jahr verloren wir ihn beinahe an einer Scaliborvergiftung...Ende 2010 wurde ihm von einem fremden Hund der halbe Oberschenkel skalpiert...Anfang Februar 2011 sorgte er für Furore durch einen verschluckten, großen Magneten im Magen...
 

Stand Frühjahr 2011:

Der kleine Prinz ist mittlerweile ein stattlicher junger Mann geworden.

Im Herbst 2010 stellte er mit der erfolgreich bestandenen Hundeführerscheinprüfung seine praktischen Fähigkeiten unter Beweis.

Was den klinischen Alltag erschwert, ist das Trauma gegenüber Männern, das er durch seine Beinahevergiftung und damit verbundenen Klinikaufenthalt über Tage, verknüpft und behalten hat. Das Betreten der Klinik ist für ihn stressbesetzt und er tritt die ersten Stunden auf Station sehr devot gegenüber Männern auf. Der Vorteil ist, daß übergriffiges Verhalten schnell transparent und demjenigen unmissverständlich gespiegelt wird - dauerhaft macht ein Einsatz auf Station derzeit keinen Sinn.

Im Aussenbereich und vor allem bei der Freizeitbegleitung zeigt sich das Problem überhaupt nicht. Hier kommen ausschließlich die Vorteile der Frühprägung zum Tragen: hohe Kontakt- und Spielmotivation, gesunde Reiz- und Frustrationstoleranz, umweltsicher.

Es drängt nichts, die Zeit durch die stellvertretende Stationsleitung ist derzeit knapp.

Vorrangig wird Luigi momentan weiter für Spezialgebiete ausgebildet.